Richtiger Reifendruck im Winter: So sichern E-Autos ihre Reichweite trotz Kälte

Die Reichweite zählt seit der Einführung von Elektroautos zu den entscheidenden Kriterien bei der Wahl eines Fahrzeugs. Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer beeinflusst sie maßgeblich die Entscheidung für oder gegen ein E-Auto. Besonders im Winter rückt dieses Thema in den Fokus, denn niedrige Temperaturen können die verfügbare Reichweite spürbar reduzieren. Die Sorge, mit leerer Batterie irgendwo im Nirgendwo zu stehen, verstärkt die sogenannte Reichweitenangst zusätzlich.

Eine einfache, aber häufig unterschätzte Stellschraube ist der Reifendruck. Gerade bei E-Autos wird seine Bedeutung für Effizienz und Reichweite im Alltag oft nicht ausreichend berücksichtigt.

 

Warum der Reifendruck im Winter sinkt

Der Luftdruck im Reifen bleibt nicht konstant. Er reagiert sensibel auf die Außentemperatur. Sinkt die Temperatur, sinkt auch der Reifendruck. Im Winter kann das dazu führen, dass Reifen unbemerkt unter dem empfohlenen Druck gefahren werden.

Schon ein Druckverlust von wenigen Bar erhöht den Rollwiderstand deutlich. Die Folge: Das Fahrzeug benötigt mehr Energie, um in Bewegung zu bleiben, und die Batterie entlädt sich schneller. Laut Tests und Empfehlungen unter anderem von ADAC und HUK-Coburg gilt daher die Faustregel, den Reifendruck mindestens einmal im Monat zu überprüfen. Das sichert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Fahrsicherheit.

 

Rollwiderstand: Ein Schlüsselfaktor für die Reichweite von E-Autos

Der Rollwiderstand spielt bei Elektrofahrzeugen eine wesentlich größere Rolle als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Während klassische Antriebe einen Großteil der Energie durch Motorwärme und Reibung verlieren, arbeiten Elektromotoren deutlich effizienter. Dadurch rückt jeder zusätzliche Energieverlust stärker ins Gewicht.

Ein wesentlicher Teil dieses Verlustes entsteht durch die sogenannte Hysterese. Dabei geht Energie als Wärme verloren, wenn sich der Reifen beim Abrollen über seine Aufstandsfläche verformt. Ist der Reifendruck zu niedrig, vergrößert sich diese Aufstandsfläche, der Rollwiderstand steigt und die Reichweite sinkt. Im Winter macht sich dieser Effekt besonders deutlich bemerkbar.

Maßnahmen für maximale Reichweite im Winter
Um die Reichweite Ihres Elektroautos auch bei niedrigen Temperaturen möglichst konstant zu halten, sind einige grundlegende Punkte entscheidend:

Regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks
Eine monatliche Überprüfung des Luftdrucks sollte im Winter zur festen Routine gehören. So lassen sich unnötige Reichweitenverluste frühzeitig vermeiden.

Reifen speziell für Elektrofahrzeuge nutzen
Reifen, die für Elektroautos entwickelt wurden, sind auf das höhere Fahrzeuggewicht und den geringen Geräuschpegel abgestimmt. Sie können den Rollwiderstand im Vergleich zu herkömmlichen Modellen deutlich reduzieren und damit die Effizienz steigern.

OEM-Reifen bevorzugen
Reifen der Originalausrüstung sind in der Regel exakt auf das jeweilige Fahrzeugmodell abgestimmt. Sie berücksichtigen Gewicht, Leistungsentfaltung und Akustik und tragen so zu einem möglichst geringen Rollwiderstand bei.

 

Fazit: Kleine Maßnahme, großer Effekt

Wer die Reichweite seines Elektroautos im Winter erhalten möchte, sollte dem Reifendruck besondere Aufmerksamkeit schenken. Eine konsequente monatliche Kontrolle hilft, unnötige Energieverluste zu vermeiden, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Sicherheit zu erhöhen. Und last but not least die Reichweitenangst zu reduzieren.

Gerade in der kalten Jahreszeit zeigt sich, wie stark scheinbar kleine Faktoren die Reichweite beeinflussen können. Der richtige Reifendruck ist dabei eine der wirkungsvollsten und zugleich einfachsten Maßnahmen.

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